Aus den Geschichten des Dede Korkut
Nomaden-Geschichte(n) und Nomaden-Teppiche
Texte Teppiche Kunst Musik Mythologie

Das Programm besteht aus den sich durchmischenden Teilen:

  • Einführung in die Mythologie der Türkvölker (Ingrid Klerk)
  • Erzählung einer Geschichte aus dem Buch des Dede Korkut (Christiane Moreno)
  • Türkische Musik life (N.N.)
  • Nomaden-Teppiche (Powerpointpresentation)

Der Stoff:
Wie die Teppiche sind die Mythologie und die Geschichten der türkischen Nomaden aus vielen Motiven und Farben gewoben, die sich immer wieder anders zusammensetzen und sich endlos wiederholen. Seit grauer Vorzeit gehütet, wurden sie von Hand zu Hand, von Mund zu Mund, von Generation zu Generation weitergegeben. Während die Teppichwebkunst auch heute noch vielfach aus den uralten Quellen schöpft, war das Buch des Dede Korkut in Vergessenheit geraten, bis es 1916 herausgegeben wurde. Heute gehört es wieder zum lebendigen Volksgut und knüpft an die uralte Tradition des mündlichen Vortrags an, welche in allen Kulturen zum Leben und zum Alltag gehörte.

Der Aufbau des Programms:
Die Geschichte Tepe Göz wird, von einem Sas-Spieler begleitet, abschnittsweise vorgetragen. Prägnante Abstecher führen zur Mythologie und Geschichte der Türkvölker, sowie zur Herkunft und Bedeutung der gezeigten Teppiche. Zwischen den Erzählblöcken wird Türkische Kunst gezeigt. Mythologie, Geschichte, Musik und Teppiche werden so gemischt, dass durch ihre Gegenüberstellung neue Muster und Bilder entstehen.
Dauer 60-150 Minuten, nach Absprache.

Die Geschichten des Dede Korkut und .... Wer ist Dede Korkut?:
Das zwölf Geschichten umfassende Buch des Dede Korkut ist ein alttürkisches Nomadenepos und stammt aus dem zwölften Jahrhundert, es wird aber angenommen, dass es viel älter is und aus vorislamischer Zeit stammt.
Das ganze enthält noch einen Nachklang und etwas vom Glanz des Zentral-Asiatischen Nomadenlebens. Wir sehen die Stämme mit ihren Zelten und Herden, wie sie auf dem Rhythmus der Jahreszeiten zwischen dem Altay im Osten und dem Ural im Westen herumziehen. Ihr Führer Dede Korkut, der Dichtersänger der Zentralasiatischen Türkvölker, war der Erfinder des Kopuz, einer Halslaute. Aus totem Holz schnitzte er einen Klangkasten, bespannte diesen mit Saiten und brachte ihn zum klingen. Im Zusammenspiel mit den wie Perlen aneinander gereihten Worten entstand der Heldengesang, der Destan.
Die Geschichten erzählen von den Abenteuern starker Männer und Söhne, wie auch mannhafter Frauen und Kinder, von ihrem Heldentum oder ihrer Bosheit, ihrem Geschick oder Missgeschick. Sie sind bevölkert von mythologischen Wesen und Kräften, die helfend oder strafend in das Leben eingreifen, den Tot rückgängig machen, den Fluch aufheben können. Immer, wenn sich ein dramatischer Höhepunkt nähert, geht die Erzählung in breit fliessende Verse über und wird, von einem Saiteninstrument begleitet, psalmodiert. Durch diese Musik und durch die vorbildlichen Helden und Heldinnen die Dede Korkut besingt, wurde er und mit ihm sein Volk der Oghusen unsterblich.

Die Rolle der Mythologie im Dede Korkut:
Mythologie, jedenfalls das, was es davon heute noch zu lesen gibt, gleicht archäologischen Ruinen, bruchstückhaft und fragmentarisch. Aber es lohnt sich, diese Bilderwelt näher auf sich wirken zu lassen. Wir begegnen einer paradiesisch anmutenden Welt in der Menschen und Götter noch miteinander verkehrten. Die Frage: woher kommen wir als Mensch, wird in lebendigen und überraschenden Bildern beantwortet. Wenn wir uns die Mühe machen diese Bildersprache verstehen zu wollen, entdecken wir, dass durch die Mythologie Urbilder und universelle Muster sichtbar werden, die überpersönlicher, kollektiver Besitz sind. Die Mythologie entschlüsselt tiefe Schichten der Vergangenheit, tiefer wie die Geschichte dies vermag; sie bringt uns zu den Quellen der Zeit, zu den Grundlagen des Lebens, zum Geschehen in der eigenen Seele.

Hat Dede Korkut wirklich gelebt? Gab es wirklich Götter? Das sind moderne Fragen, auf die sich jeder selber seine Antworten suchen soll. Aber man kann die Bilder und Geschichten auch einfach auf sich wirken lassen. Vielleicht haben sie uns als das was sie sind etwas zu sagen. Wenn nicht, sind sie einfach spannend, fremd und doch bekannt, schön.

Ingrid Klerk, in Den Haag geboren, wohnte elf Jahre in der Türkei. Sie entwickelte eine Liebe für Land und Volk und eine Neugier nach seiner Herkunft und Geschichte. Sie beschäftigte sich zuerst intensiv mit der Teppichwebkunst, später aber vorwiegend mit der Kultur, der Literatur und der Geschichte des türkischen Volkes vor seiner Bekehrung zum Islam. Sie arbeitet als Dozentin für Türkisch, als Dolmetscherin bei verschiedenen Hilfsorganisationen für Immigranten. Seit 1995 führt Ingrid Klerk Kultur- und Erlebnisreisen in der Türkei durch und hält Vorträge und Seminare über die kulturell-historischen Hintergründe. Ihr Buch "Turkse Mythologie" erschien 2003. Mit Anibal und Christiane Moreno und Ton van Reen gründete sie MUNDus und ABCterra - Reisen.

Christiane Moreno aus Den Haag, lebt und arbeitet in der Schweiz. Während der Schulzeit in Holland erwachte ihre Begeisterung für Sprache und sie gewann Preise für Rezitation und für ihre Gedichte. Nach ihren Ausbildungen als Sprecherin und Schauspielerin in Deutschland und der Schweiz gründete sie mit Christine Weck die Wortwerkstatt Basel, die für ihr Literatur- und Lyriktheater den Kulturförderpreis Baselland bekam. Sie arbeitet als Sprech- und Theaterpädagogin, Regisseurin und Projektleiterin an Schulen, Institutionen, Ausbildungsstätten, Unternehmen, im Sanatorium und im Strafvollzug. Gründung PoeSei und sprich, für gesprochene Dichtung und Sprechprojekte. MUNDus und ABCterra - reisen mit Ingrid Klerk und Anibal Moreno und Begleitung der Reisen mit Sprachperformances an antiken Orten.

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